Freitag, 11. Juli 2014

ERST






Da denkt man an nichts Brennendes, und dann das: Seh ich doch ein Nummernschild, auf dem ERST prangt.

Während eines Meetings in einer HHer Kreativagentur kam plötzlich eine Assistentin in den Konfi gestürmt und verkündete, dass eine Kollegin auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben sei.

Auf Nachfrage des Geschäftsführers ließ die rechte Hand des Chefs die Katze aus dem Sack: Burnout lautete die Diagnose. Daraufhin schwoll dem GF der Kamm und er machte sich Luft:

„Bevor man einen Burnout hatte, muss man ERST mal gebrannt haben.“

Nachdem die Runde nichts erwiderte, fügte er kleinlaut bei:

„Vor 20 Jahren war’s der Hörsturz, vor 10 Jahren die Bandscheibe, heutzutage ist es halt Burnout.“

So viel Brennendes zu ERST.




Dienstag, 8. Juli 2014

TSTS






Da denkt man an nichts Unbeholfenes, und dann das: Seh ich doch ein Nummernschild, auf dem TSTS prangt.

Der Morgen nach dem WM-Achtelfinale ‚Deutschland vs. Algerien’ in einer WG. Eine junge Dame betrat die vollbesetzte Küche (zwei Männer, eine Frau) und fragte in die Runde:

„Und? Habt ihr gestern noch das Nachspiel gesehen?“

„Welches Nachspiel?“

„Na, das Nachspiel ‚Deutschland gegen Algerien’?“

„Hä? Es gab kein Nachspiel!“

„Doch, gestern!“

„Nein! Es gab ne Verlängerung! Nachspiel gibt’s beim Sex!“

Zwei der vier Anwesenden lachten laut, eine lachte in sich hinein, die vierte Person war ne Spaßbremse.

TSTS. Typisch Männer.“

So viel Unbeholfenes zu TSTS.




Samstag, 5. Juli 2014

BUM






Da denkt man an nichts Verwerfliches, und dann das: Seh ich doch ein Nummernschild, auf dem BUM prangt.

Lachen ist schön, befreiend, aufbauend. Gequältes Lachen ist nicht so der Bringer. Es brachte mich fast an den Rand der Verzweiflung, als ich von einer kleinen Berliner Werbeagentur (siehe DELL, GUT, LAUS und FRAU) als Wortakrobat gebucht wurde und täglich platte Witze hören musste.

Die beiden Geschäftsführer schafften es tatsächlich, sich immer wieder zu unterbieten. Zum Beispiel damit:

Wie nennt man einen BUMerang, der nicht zurückkommt? Stock!“

So viel Verwerfliches zu BUM.




Mittwoch, 2. Juli 2014

CONT






Da denkt man an nichts Smartes, und dann das: Seh ich doch ein Nummernschild, auf dem CONT prangt.

Und schon läuft ein schöner Spot für die Axel Springer AG vor meinem geistigen Auge ab – mit der ebenso schönen Aussage:

CONTent is king. And the medium is the fucking message.“

So viel Smartes zu CONT.




Sonntag, 29. Juni 2014

MIES






Da denkt man an nichts Hinterfotziges, und dann das: Seh ich doch ein Nummernschild, auf dem MIES prangt.

Squashi (siehe TROY, OHOH und MEHL), Schwergewicht auf Stöckelschuhen und Beraterin in einer Berliner Werbeagentur (siehe WITZ, WAS, PLI, PEN, CHOO, HIP, OHOH, NIP, MAZ, FRED, WIEN, SEPP, MEHL und ET), lud zu einem runden Geburtstag in ihre Penthouse-Wohnung im Wedding. Das ließ sich niemand nehmen, denn wenn’s was umsonst gab, stand jeder auf der Matte.

Das Penthouse hielt leider nicht, was es versprach. Einzig Squashis Hund – wie konnte es anders sein: ein hyperventilierender Mops – stahl allen die Show und sorgte für Abwechslung und Unterhaltung.

Als die Getränke auf der Dachterrasse zur Neige gingen, bequemte sich ein Junior-Team (Text und Art) in die Küche, um Nachschub zu holen. Das laute Gelächter der beiden Junioren zog übrige Kollegen an wie das Licht die Motten.

Der Auslöser war eine Postkarte, die die schneeweiße Kühlschranktür zierte. Darauf stand:

„Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen.“

Die zwei Kreativen flachsten rum.

Der eine Junior:
„So kann man sich die Welt auch schönsaufen äh schönfressen!“

Der andere Junior:
„Bist du MIES – Kommissar Rex soll dich beißen!“

So viel Hinterfotziges zu MIES.




Donnerstag, 26. Juni 2014

GEN






Da denkt man an nichts Verdrucktes, und dann das: Seh ich doch ein Nummernschild, auf dem GEN prangt.

Während man als Zwergnase die Schulbank drücken musste, musste man sich ja zwangsläufig auch mit den Fremdsprachen anfreunden.

Neben Englisch und Französisch durfte man ebenfalls erste Gehversuche in Spanisch unternehmen. Natürlich gehörte zur Erstausstattung jeweils ein LanGENscheidt-Wörterbuch dazu. Klar, dass man diese Wälzer Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, besitzt und immer mal wieder nach der fehlenden Übersetzung sucht.

Dumm nur, wenn das gesuchte Wort nicht zu finden ist. Nicht, weil es vergessen wurde, sondern weil schlicht und einfach die Seite fehlte – wie 31 weitere Seiten auch. Unschön, dass man diesen Fehldruck erst zig Jahre nach dem Kauf des Lexikons entdeckte.

So viel Verdrucktes zu GEN.




Montag, 23. Juni 2014

ACH






Da denkt man an nichts Schiffendes, und dann das: Seh ich doch ein Nummernschild, auf dem ACH prangt.

Bringt mich zurück ins erste Leben – zur Kochausbildung im Schwabenland (siehe PIROL, TRIO, BBQ, ART, DUMM und BAY).

Wie schon mal unter die Leute gebracht, gab es eine hohe Fluktuation in dem Fress-Tempel. Kochbrigaden kamen und gingen. Und ein neuer Restaurantleiter startete gleichzeitig mit einer neuen Mannschaft.

Nach einer vollen Hütte und vollen Kasse hatte der neue Maître d’hôtel seine Spendierhosen an und ließ für das kochende Team nach Küchenschluss eine Kiste Bier springen. Da diese sich in null Komma nichts in Luft auflöste, legte der Restaurantleiter nach. Mehr noch: Er gesellte sich dazu und ließ Hochprozentiges kreisen.

Die Spüler machten in der Küche klar Schiff – der Restaurantleiter hingegen redete nicht nur Klartext, sondern sich auch um Kopf und Kragen.

Mit einem Mal fielen den anwesenden fünf Köchen die Kinnladen runter und zeitgleich entfuhr ihnen ein gemeinschaftliches wie alkoholgeschwängertes „ACH“.

Der Maître d’hôtel berichtete respektive beichtete in geselliger Runde, dass er grundsätzlich bei Hotelbesuchen sein temporäres Revier markierte. Sprich: in Waschbecken pinkelte.

So viel Schiffendes zu ACH.